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Flamenco an der Klagemauer Gelungene Verbindung von klassischen sephardischen mit vielfältigen europäischen (besonders spanischen) und nordafrikanischen Musikstilen. Jasmin Levi lebt in der zerrissen Stadt Jerusalem, wo sich die Wege der drei großen monotheistischen Weltreligionen kreuzen. Und so ist es kein Wunder, dass die Tochter eines aus Izmir nach Palästina eingewanderten Kantors in der sehphardishen Tradition auf der Such nach gemeinsamen Wurzeln und somit auch nach Verbindendem ist. Auch Lieder befreundeter Songwriter finden sich auf dieser Platte, so das fast zu Tode interpretierte Halleluja von Leonard Cohen diesmal in einer Flamenco-Version. Weltmusik im besten Sinne, da sich hier Morgen- und Abendland christliche, jüdische und orientalische Traditionen auf homogene Weise verbinden. |
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Abgesehen von seinem Instrument hat Pfeil Albrecht Mayer zwei weitere künstlerische Leidenschaften: Bachs Musik und die menschliche Stimme. Mit dieser Aufnahme konnte der weltweit gefeierte deutsche Oboist im Zusammenwirken mit The English Concert und dem Trinity Baroque Chor diese Aspekte der Musik auf einem Album vereinen. Nach seinem erfolgreichen ersten Bach-Album "Lieder ohne Worte" verleiht Mayer mit dieser Aufnahme nun den Kantaten und Chorälen J.S. Bachs festlichen Glanz. Da seine Musik zeitlos und emotional berührend ist, spricht sie nicht nur Klassikliebhaber an, sondern ein weitaus größeres Publikum. Universal Music Classics & Jazz
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Ohne Haarspray Singer/Songwriter-Album, dessen Stil man am besten mit Folk-Reggae bezeichnen könnte. Für alle geeignet, die den Sommer noch etwas nachklingen lassen wollen. Wer Aimee Allen aus dem Soundtrack von “Hairspray” kennt wird sich wundern, das dies hier eher folkig-lässig klingt, vielleicht am ehesten mit Jack Johnson vergleichbar. |
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Klassisches Folk-Album dem die shärische psychedelische Note der sonstigen New-Folk Heroen a la Devendra Bernhardt oder Joanna Newsom (mit der sie auch befreundet ist) fehlt. Es sind eher melancholische, unaufgeregt gesungen Lieder, der ein wenig mehr Instrumentales Umfeld gestattet wurde als dem etwas spröden Debüt ‚Pirate's Gospel’ von 2006 und deren Stil sie selbst mit Gospel-Folk beschreibt. |
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Endlich ein Best Of, dass diesen Namen verdient Dass die Trennung der Beatles auch eine Befreiung gewesen sein muss lässt sich daran ablesen, dass George Harrison schon 1970 mit einem Dreifachalbum (dem ersten der Rockgeschichte) an die Öffentlichkeit trat, dass randvoll mit allerbestem Material war, unter anderem dem Megaseller 'My Sweet Lord'. Da war hinter den Egomanen Lennon und McCartney einiges auf der Strecke geblieben was nun an Tageslicht drängte. So erschienen in der Post-Beatles Ära, die im Dezember 1980 ihr schreckliches Ende fand, noch einige wunderbare Alben bis es Anfang der 80er Jahre allmählich stiller um Georg Harrison wurde, bis zur Wiederauferstehung in den Reihen der Veteranen-Kapelle Traveling Wilburys. Was es bisher merkwürdigerweise noch nicht gab, ist ein Best Of Album, dass diesen Namen wirklich verdient. Aber das Warten hierauf hat ein Ende, denn hier ist es! Zusammengestellt von seiner Frau Olivia und nach dem heutigen Stand der Technik remastered von Giles Martin, dem Sohn des Beatles-Entdeckers und genialem Tonmeister George Martin in den Londoner Abbey Road-Studios. Seinen oft unterschätzten Platz innerhalb der Fab Four wird hier mit zwei Ausschnitten aus dem legendären Bangla Desh-Konzert Rechnung getragen ('While My Guitar Gently Weeps', 'Something' und 'Here Comes The Sun'). Ansonsten sind die alten Aufnahmen behutsam entstaubt und transparenter geworden. Bei der Menge des Material ist es natürlich schade, dass es kein Doppelalbum geworden ist, so muss man also doch wieder selber mixen.  |
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The London Recodings Man hätte ja auch ins Studio gehen können und altersweise und schicksalumflort die alten Songs im spärlich arrangiertem Gewande als Lebewohl an die Welt ins Mikrophan raunen können. Hätte man, aber so hoch sollte die ganze Sache gar nicht aufgehägt werden. Der Mann hat sich, zur heutigen Zeit passend, einfach an der Börse verzockt und da man mit Tonträgern heute kein Geld mehr verdienen kann, wurde es halt eine Tounee, die für alle, die das Glück hatten dabei sein zu dürfen, zur Sternstunde wurde. Alle Songs, besonders die so grottig produzierten aus den 80ern wurden hier in ihrer ganzen schöheit vor der andächtig lauschenden Gemeinde ausgebreitet. Man kann Leonhard Cohen ja als einen früh gereiften bzeichnen, der mit Ende 20 schon etwas altersweise klang, was damals manchmaletwas aufgesetzt wirkte. Die Zeit haben dieses Liedern gut getan und es bedarf keiner interpretatorischen Mäzchen, um diese schönheit zu zeigen. Natürch fehlt Jennifer Warnes und manchmal sind die Damen im Background etwas laut - That's Life! |
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Bitte nicht „Over The Raighnbow” möchte man bei ersten Blick auf die Titelliste ausrufen und siehe da: hat ja gar nicht weh getan! Als Bossa Nova geht der ansonsten zu Tode genudelte Klassiker so was von in die Beine, dass es schon wieder Spaß macht, zumal dies auch der einzige Song auf dieser Scheibe ist, der nicht von der 23jährigen mit dem vielversprechenden Vornamen und dem bezauberndem rollendem R stammt. Ganz so melancholisch wie das Debüt geht’s diesmal nicht zu, was sicher daran liegen mag, dass "Worrisome Heart" sehr stark von einem Unfall geprägt war, der überhaupt erst dazu geführt, dass Melody Gardot anfing eigene Songs zu schreiben. Als Produzenten waren diesmal die Legende Larry Klein und Arrangeur Vince Mendoza mit von der Partie, was aber glücklicherweise nichts an der gewohnt sparsamen Begleitung geändert hat. Schöne Songs zwischen Jazz und Pop, die zu Herzen gehen und auch fröhlich stimmen. Genau das richtige für diesen Frühling! |
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Lieder aus dem Schatten Freunden audiophiler Aufnahmen kennen Sara K. sicher schon seit längerem, denn während der 10jährigen Zusammenarbeit mit dem kleinen, feinen New Yorker Chesky Label sind einige wunderbare Alben entstanden im Bereich zwischen Singer/Songwriter und Jazz. Dies konnte beim deutschen Stockfisch-Label nahtlos fortgesetzt werden, wenn auch ihr langjähriger Begleiter und Komponist Chris Jones kürzlich verstarb. So erscheint diese wunderbare Platte vielleicht noch eine Spur melancholischer als sonst. Ansonsten, wie bei Stockfisch gewohnt, ein glasklarer SACD-Sound mit wunderschönen Songs, bei denen sich Sara K. wie gewohnt auf Ihrer 4-Saitigen (Bass-) Gitarre begleitet, spärlich unterstützt von eine kleinen, fast möchte man sagen, Kammerorchester. |
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Der will nur spielen! Wenn sich der europäische Jazz derzeit irgendwo weiterentwickelt, so ist das nördlich von Dänemark. Aber, und das ist vielleicht dass revolutionäre daran, kommen diese Veränderungen fast mit Samtpfoten daher und gehen sowohl den Weg zurück zur einheimischen Folklore als auch vorwärts zur elektronischen Musik. Neben dem kürzlich verstorbenen Esbjön Svensson und Nils Petter Molvaer geht der 45jährige Norweger diesen Weg am konsequentesten. Während er um die Jahrhundertwende mit seinem Album „New Conception of Jazz“ noch eine Synthese zur Club-Musik versuchte, nähert er sich sein einiger Zeit wieder klassischeren Formen des Pianojazz an, ohne dabei auf Seitenblicke in die elektronische Musik zu verzichten. So wird der Klassiker Take Five von Dave Brubeck auf recht originelle Art mit einigen liebevoll-ironischen Seitenhieben adaptiert. Ansonsten gibt es viele ruhige, fast meditative Momente auf diesem kleinen Meisterwerk, besonders das 20minütige Selbstgespräch kann einen nicht unberührt lassen. |
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„Verliebt in die verrückte Welt“, das zweite „Hesse-Projekt“-Album des Komponistenduos Richard Schönherz und Angelica Fleer, ist erneut ein einzigartiges Zusammenspiel von Poesie und Musik. Wie beim Rilke Projekt, interpretieren namhafte Schauspieler und Musiker mal euphorisch, versonnen, nachdenklich oder intim die Werke von Hermann Hesse in Verbindung mit neuen Kompositionen. Eine poetische Reise mit Silbermond, Jan Vogler, Robert Stadlober, Giora Feidman, Anna Maria Mühe, Gottfried John, Jürgen Prochnow, Roger Cicero, Konstantin Wecker und Dagmar Manzel. SONY BMG |
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Eher Kuscheltier als Biest Eine New-Folkplatte die gleich von Anfang an gute Laune macht ist in diesem seelenschweren Genre doch eher selten. Doch hier wird des öfteren gepfiffen was das Zeug hält und die 60er und 70er schauen auch mal um die Ecke. Andrew Bird surft nun schon die achte Scheibe mit auf der Welle der neuen Folk Heroen vom Schlage eines Will Oldham oder vielleicht doch eher nebenher. Dafür werden hier die Grenzen zu Pop und Rock ordentlich ausgelotet. Besonders der Einsatz der Streicher ist oft beeindruckend. Dieser Scheibe sind viele neugierige Hörer mit offenen Ohren zu wünschen. |
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Swinging Monteverdi Das Bild mit der Tänzerin in schöner Bewegungsunschärfe auf dem Cover stimmt uns bereits ein in ein Experiment, das hier auf sehr schöne Weise gelungen ist. Die Musik von Monteverdi ist, sozusagen auf der Schwelle von der Rennseance zum Barock in den letzten Jahren durch einige verdienstvolle Einspielungen zu den den ihr zustehenden Ehren gekommen. Einen neuen Ansatz findet die Harfenistin und Lautenistin Christina Pluhar und ihr Ensemble "L'Arpeggiata" auf dieser bemerkenswerten Aufnahme der "ohimè c'io cado" aus den "scherzi musicali" von Monteverdi. Sie legt Ihr Augenmerk auf Lebendigkeit und Improvisation. Da geht es mit Walking Bass und heutigem Schlagzeug zur Sache, so dass man Monteverdi für einen der Vater des Jazz hält. Überhaupt wirken diese Aufnahme trotz Falsett-Gesang der katalanischen Sopranistin Núria Rial überraschend heutig und machen großen Spaß beim Zuhören. |
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Worldmusic from Berlin Zu einem wilden Ritt über den Balkan und zurück ins westliche Europa haben sich die 17 Hippies, die ja genaugenommen eigentlich 13 sind, aufgemacht und auf ihrer nun schon neunten CD eine bunte Mischung von südosteuropäischer Lebenslust/Wehmut bis hin zu französischem Chanson und englischem Folk zusammengewürfelt, die genauso vielfältig ist wie die Mitglieder der Band. Bei all dieser Vielfältigkeit bleibt doch der kletzmermäßig-singegruppenhafte Grundton erhalten den ihre Fans spätestens seit dem Film „Halbe Treppe“ lieben, in dem die Band das Lied von den 10 kleinen Negerlein auf recht originelle Weise umkehrte. |
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Nicht ewig klagt das Blech Der amerikanische Trompeter Zach Condon tritt hier unter zwei Identitäten auf. In Teil I mit seiner, aus dem Erfolgsalbum "Gulag Orkestar" bekannten Band Beirut und im zweiten Teil als Elektropopper "Realpeople", der aber natürlich wesentlich weniger „real“ klingt als die schwermütige 11-köpfige mexikanische Begräbniskapelle, mit der der erste Teil dieser Doppel-EP eingespielt wurde. Hat beides auf den ersten Blick wenig miteinander zu tum wenn man von Condons Stimme absieht, die beiden Teilen ihren jeweils eigenen Reiz gibt. |
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Heimkehr nach Big Apple Enrrico Rava gehört neben Stefano Bollani als Italiener zu den wichtigsten Vertretern des derzeit sehr stark von Skandinaviern dominierten europäischen Jazz. Dieses Album ist so etwas wie eine Rückkehr nach New York, wo der mittlerweile 69-jähreige in den späten 60ern und frühen 70er lebte und wichtige Impulse für seine musikalische Entwicklung erhielt. Diese sowohl generationsübergreifende als auch geografisch gemischte Projekt ist so etwas wie ein Brückenschlag, der beweist, dass die Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischem Jazz gar nicht so groß sind, wie immer behauptet und wenn ja, werden sie hier einfach weggespielt. Da jeder auf seinem Instrument zu den Heroen gehört, kann sich hier jeder auf sehr entspannte Weise auf ein Zusammenspiel einlassen, dass trotz des scheinbar ruhigen Flusses voller Spannung und gelegentlicher Ausbrüche ist. Ein gelungener Start im das Jahr 2009.
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Die wunder-kindliche Lärche Die Mittlerweile 19-Jährige, die die Singerei neben Ihrer Arbeit als Schauspielerin betreibt, hat dieses Album bereits mit 16 Jahren aufgenommen und so überzeugen natürlich zuerst einmal die Reife der Stimme und die Sicherheit der Intonation, die an eine erfahrene Jazz-Solistin denken lässt. Aber auch über den Wunderkind-Bonus hinaus erweist sich dieses zweite Album mit Jazz-Standards als durchaus anhörenswert. Wenn auch Auswahl und Arrangements der Stücke ein wenig konventionell geraten sind, kann die Texanerin nach Ihrem Debüt, das vorwiegend dem Swing vorbehalten war, hier die ganze Bandbreite Ihres Könnens von gefühligen Balladen über rockigen Blues bis zu Jazz-Klassikern wie dem namensgebendem "Skylark" vorführen. |
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Auf den Spuren von Little Cowboy Charlie Dass ausgerechnet einer der besten Jazz-Bassisten unsere Zeit ein Country- und Bluegrassalbum vorlegt ist in der Biographie Charlie Hadens begründet, der einem Familienclan entstammt, bei denen seine Eltern Carl und Virginia Haden in den 30er und 40er Jahren, ähnlich der Carter Family (deren Spross Roseanne hier auch zu hören ist), beim Sender KMA in Charlies Geburtsort Shenandoah/Iowa eine eigene Radioshow zu produzierten, die damals im gesamten mittleren Westen ausgestrahlt wurde. Der Meister selbst ist als "Little Cowboy Charlie" auf dieser CD auch mit seiner Kinderstimme zu hören. Neben den Töchtern und der Ehefrau Ruth Cameron gibt es noch eine zweite Familie, die sich zu dieser Aufnahme zusammengetan hat und die aus Wegefährten und Freunden, von Schwiegersohn Jack Black bis hin zu Pat Metheny, Elvis Costello oder der Roots-Legende Ricky Skaggs besteht und aus dieser Scheibe schlicht ein Meisterwerk macht. |
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Der alte Mann und das Cello ist es ein Fluch, sein Leben lang mit einem einzigen Auftritt identifiziert zu werden, oder war dies die Chance seines Lebens? Gleichviel, Richie Havens hat die Aufmerksamkeit, die Ihm durch sein furioses Opening des Woodstock-Festivals damals ohne Zähne und mit einer Gitarre, die drohte jeden Moment unter den exstatischen Schlägen des fast dreistündigen Auftritts auseinander zufallen, gut genutzt und viele nützliche Dinge angeschoben. In der Reihe der Folk-Veteranen legt nun auch Havens ein Alterswerk vor, dass milde gestimmt und vorsichtig optimistisch da Leben betrachtet. Seine Gitarren können mittlerweile auch beruhigter dem nächsten Song entgegensehen, denn hier wird mehr gestreichelt als geschlagen. Schöne neue Songs und Coverversionen von Won't Get Fooled Again (Who), Live In Balance (Jackson Browne) und The Great Mandala (Peter, Paul & Mary). |
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Jazzanova im analogem Gewand Die sechs Soundbastler mit dem in doppelter Hinsicht irreführenden Namen haben die Sphäre von Samples und Remixes verlassen und erweitern die Technik diese Zitieren nun auf die Aufnahmestile der Soulmusik der 60er und 70er Jahre. Dabei wird so ziemlich alles aufgefahren, was Aufnahmetechnik und Studiomusiker hergeben, einschließlich des Einsatzes von fulminanten Streicher und Bläsersätzen oder so beeindruckender Soulsänger wie der Soul-Legende Leon Ware (Producer u.a. von Marvin), Paul Randolph und Ben Westbeech. Lediglich die Bässe kommen noch aus dem Rechner. Das Ergebnis kann sich wahrlich hören lassen. Hier wird Motown lebendig ohne nostalgisch zu sein. Wenn die kreative Leistung unserer Zeit denn also hautsächlich im Zitieren besteht, dann am besten so. |
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Weihnachten bei IKEA Teil II Schon zum zweiten Mal versammelt Nils Landgren einige Freunde um sich, um in der skandinavischsten aller Jahreszeiten unser Herz mit weihnachtlichem Liedgut zu erwärmen. Diesmal ist nicht soviel Prominenz wie im letzten Jahr von der Partie aber es wird wieder in bewährter Weise (wie bei besagtem Möbelhaus) klassische Form mit moderner Interpretation verbunden so dass die zum Teil hinlänglich bekannten Songs in neuem Licht erstrahlen: jazzig und doch feierlich ganz ohne den üblichen Advents-Kitsch.
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Spätsommerliche Melancholie durchzieht dieses „klassische“, sehr reduzierte Jazz-Trio-Album ohne jede Wehleidigkeit. Wenn man wissen will, ob heutiger (oder soll man eher sagen moderner?) Jazz schön klingen kann ohne oberflächlich zu sein, findet man hier den eindrucksvollen Beweis. |
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Wenn das Cover auch etwas anderes erzählen möchte, und wenn Titel wie "Sexy Lover Boy" vielleicht auch ironisch gemeint sein sollen: So richtig ablegen kann Annette Louisan ihr Lolita-Image auch diesmal nicht. Trotzdem ist diese swingende Mischung aus Pop, Jazz, Schlager und Chanson immer noch originell. Da wechseln sich pubertäre Ausfälle (siehe oben) mit Momenten echter Betroffenheit und gut gelaunter Tagesbegleitung ab. Zusammen mit Roger Cicero, wird hier so was wie eine neokonservative Großstadtbohéme musikalisch illustriert, die unverkrampft da weitermacht wo Vorgänger wie Hildegard Knef, Klaus Hoffmann aber auch Manfred Krug ihre großen Fußabdrücke hinterlassen haben |
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Folkmusik ungeglättet Crooket Still verbindet auf eigenwillige Weise verschiedene Stile von Folk, Bluegrass und Blues mit leisen Rockanklängen zu einer beglückenden Mischung. Getragen von der Stimme von Aoife O’Donovans die eine unverkennbar irische Intonation hat und natürlich vom genialen Banjospiel Greg Lizst’s, das vom Chello Corey DiMarios gegenläufig untermalt wird, vollzieht sich hier auf eine leise fast unauffällige Art die Transformation klassischer Folkstile in eine heutige Musiksprache, wie entfernt vom derzeitigen Americana-Hype. |
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Eine hochkarätige Bildbeschreibung wurde vom Produzenten, ACT-Chef und Kunstsammler Siggi Loch in Auftrag gegeben. Gemeint ist ein Gemälde des deutschen Künstlers Ernst Wilhelm Nay (1902-1968), das versucht die Farbe Blau zu visualisieren. Wenn es eine Farbe gibt, die mit dem Jazz verwand ist, so ist es wohl das Blue, das auch Ausdruck für Schwermut und Melancholie ist. So ist es auch kein Wunder, dass der Reigen mit Miles Davis Schlüsselwerk „All Blues“ beginnt, den ebenfalls von Davis für Picasso komponierten „Blues für Pablo“ enthält und in der sechsteiligen Suite „Bluesounds Movement“ gipfelt, die von sphärisch entrückt bis zupackend groovend unter die Haut geht ohne abgehoben zu sein. Ein gutes Stück Kammerjazz. Beteiligt sind viele Könner aus dem ACT-Kosmos, wie Nguyên Lê, Markus Stockhausen, Claudio Puntin, Lars Danielsson, Peter Erskine, Christopher Dell und dem String Quartet RED URG 4. |
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Russische Songs im Gewand des Euro-Jazz Die Tatsache, dass Viktoria Tolstoy, die eigentlich Viktoria Kjellberg heißt, berühmte russische vorfahren hat sei auch hier nicht verschwiegen, wenn dies auch das einzige zu sein schein, dass viele über sie wissen, natürlich neben der Tatsache, dass Sie zu den großen Talenten des schwedischen Jazz zählt. So ist es nur logisch, die Herkunft der mütterlichen Familie als Aufhänger zu nutzen und sich dem russischen Liedgut zuzuwenden. Dabei geht es von Volksliedern über Rachmaninow Tschaikowski bis zu Vladimir Vysotsky der je nach dem als der russische Jaques Brel oder als russischer Bob Dylan gilt, in Wirklichkeit aber einer der großen Songwriter des 20. Jahrhunderts war. So richtig russisch klingen die Songs nicht, schon eher nach feinem nordischen Nils-Landgren-Jazz der, wie bei den vorigen Alben, auch hier wieder als Produzent tätig war. Also Phrasierung und Gesang eher softig-funkig und sehr amerikanisch, so dass alle, die sich auf die tiefe russische Seele gefreut haben eher enttäuscht sein werden. |
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A JAZZ & BLUES CHRISTMAS ist eine perfekte Mischung bekannter und weniger bekannter Jazz und Blues Titel, die sich alle um das Fest des Jahres drehen. Auf der CD sind Jazz-Legenden wie Ray Charles und B.B. King vertreten, aber auch Newcomer wie die Kanadierin Emilie–Claire Barow. Auf NEW ORLEANS CHRISTMAS erhalten bekannte Weihnachtsklassiker einen ausgelassenen Südstaaten-Anstrich. Santa Claus tanzt auf der Street Parade, das sonst so melancholische White Christmas wird jazzig aufgepeppt und die Silver Bells schaukeln mit den Trichtern der Trompeten um die Wette. Putumayo |
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Keine Rituale Dass dies das Album eines Gitarristen ist, muss man wissen, denn man hört den Meister in gewohnter Bescheidenheit nur im Hintergrund. Was hier zusammenkommt ist so was wie ein Klassentreffen der jüngeren Jazzgeneration wobei am eindrucksvollsten der Sänger José James aus New York und die derzeit bekanntese italienische Jazz-Vokalistin Chiara Civello sind. Aber u.A. auch Fabrizio Bosso, Greg Osby, Till Brönner und Philipp Weiss sind mit von der Party. Lalo Schifrin geistert durch die meisten der Aufnahmen denen man die Remixer-Vergangenheit seines Produzenten, Texters und Komponisten anhört obwohl alle Stücke handgemacht sind. Ein, bei aller Leichtigkeit beeindruckendes Album. |
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"I guess I'm too Scandinavian" singt die Norwegerin im Titelsong ihrer neuen CD und hat mit dieser Vermutung in sofern recht, dass ihr der ganz große Durchbruch sicher auch diesmal nicht gelingen wird. Das wäre auch schade, denn dieser nordische Blues ist, gerade weil er nicht Massentauglich ist , so berührend. Sparsamste Orchestrierung dominiert von Folkgitarre und Klavier und von Streichern kammermusikalisch untermalt bringen die Schönheit dieser Songs und so manches Zuhörerherz zum schwingen. Ein würdiger Nachfolger des aufsehenerregenden Vorgängeralbum A Temporary Dive, dass zum Teil sogar noch übertroffen wird. Der Winter kann kommen! |
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Zwei Dinge werden auf den ersten Blick klar: Endlich gibt es wieder Newcomer-Indiefolk von der britischen Insel und besonders In ist man, wenn man dabei auch noch für ein paar Tage in Berlin vorbeischaut. Der Hinweis aufs Deutsche Theater auf dem Cover geht allerdings ins Leere. Warum es so lange gedauert hat bis mal wieder eine so gute Folkplatte über den Kanal schwappt ist rätselhaft, denn es gibt hier wahrlich eine große Tradition zu beerben. Ein neuer Nick Drake ist Johnny Flynn allerdings schon deshalb nicht, weil dieser viel zu gutgelaunt daherkommt und auch der Anhang „& the Sussex Wit“ macht deutlich, dass hier gemeinsam musiziert wird und dies, dass es eine Freude ist! |
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Melancholischer Folk-Pop Wenn an dieser Stelle schon des Öfteren von nordischen Sirenen die rede war, so gehört die 31jährige Isländerin zweifellos dazu. Ihr durch den Gollum-Song im Herr der Ringe-Soundtrack unterstützter Erfolg des Albums Fisherman’s Woman machte Emiliana Torrini schlagartig über die Folk-Gemeinde hinaus bekannt. Nach einer dreijährigen Pause kann man sich an einem entspannten Album erfreuen das auch durchaus rockig daherkommt und auch vor Reggae-Einlagen nicht halt macht, ohne natürlich die erwarteten Gitarrenballaden vermissen zu lassen. |
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Portugiesische Seele satt Von den zeitgenössischen Interpreten des Fado ist Mariza sicherlich die derzeitig erfolgreichste. Dabei werden im Gegensatz zur ebenfalls sehr prominenten Misia sehr vorsichtig Elemente von Jazz und Flameco integriert. Ansonsten ist natürlich der klassische Fado-Ton voller Wehmut und Leidenschaft immer gegenwärtig. Leise Zwischentöne sind da eher nicht das Thema. Ansonsten gibt es für den beginnenden Herbst kaum etwas besseres zur Entspannung der gebeutelten Großstadt-Seele. |
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Bluegrass chinesisch Was passiert, wenn sich zwei Banjos und zwei Streicher zu einem Quartett vereinen kann man auf dieser eigenwilligen Produktion ausgiebig bewundern, wobei die Mischung aus apalachischer Folklore, nordamerikanischem Bluegrass und chinesischer Volksmusik keineswegs ungewöhnlich klingt. Béla Fleck, der neben seiner Mitarbeit im Quartett diese Platte produziert hat, gilt mit seinen Flecktones als bedeutendster zeitgenössischer Banjospieler, was ihm schon diverse Grammys einbrachte. Dabei bevorzugt das Bela Flack Clawhammer-Banjo während Abigail Washburn auf der three-finger-style Variante zu hören ist, unterstützt von ihrem sirenenhaftem Gesang. |
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Kanada, Land der guten Songs! Auch wenn solche Heroen wie Neil Young und Joni Mitchel (noch sehr lebendige) Geschichte sind, gibt es eine jüngere Generation von Singer/Songwritern, die diesen Vorgängern keineswegs nachstehen. Eine der jüngeren Vertreterinnen ist die 29jährige, in Ottawa aufgewachsene Kathleen Edwards. Zwischen Folkrock, Country und einfach guten Songs überzeugt besonders eine unaufgeregte aber keineswegs unterkühlte Stimme. Einfache Lieder, die gerade deshalb unter die Haut gehen da sie fast by the way gesungen sind nicht ohne Ironie und gelegentlicher Trauer. |
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Auf den Flügeln alter Freunde Nach über 20 Jazz-Alben war es vielleicht einmal Zeit auf die Stücke zurückzublicken, die David Benoit auf dem musikalischen Lebensweg begleitet oder ihn beeinflusst haben. Dabei durften Vorbilder wie Bill Evans, Oscar Peterson, Horace Silver, Dave Brubeck natürlich nicht fehlen, aber auch die Beatles oder Michael Jackson, dessen Human Natur in Jazzkreisen eher durch Miles Davis’ Interpretation bekannt ist, sind mit von der Patie. Der leichtfingrige Triojazz bei dem ihm seine Tourneekollegen David Hughes (Bass) und Jamey Tate (Drums) begleiten wird durch den Perkussionisten Brad Dutz gehörig aufgelockert. Manchmal wünscht man sich, dass Benoit mehr in die Substanz der Songs eingedrungen währe, statt sich fröhlich auf deren Oberfläche zu tummeln, so dass man sich gelegentlich in die Lobby eines sehr gediegenes Hotels versetzt fühlt. Als musikalisches Resümee dann doch etwas wenig, wenn's auch Spaß macht. |
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Debüt der in Nashville lebenden Singer/Songwriterin, locker hingesungen zwischen Rockigen County-Klängen und folkig-jazzigen Balladen mit einer einprägsamen Stimme der man von ihren Vorbildern Joni Mitchell, Billie Holiday and Nina Simone wenig anmerkt. Vielleicht für Rockfans zu liedhaft und den Folkfans zu rockig auf jeden Fall geeignet für Freund gut gemachter Songs. |
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Esperanza Spalding ist eine Kontrabassistin... ...und das allein ist schon ungewöhnlich. Aber dass sie neben dem virtuosen Bass-Spiel auch noch Lieder singt, die sie selbst komponiert hat und die ebenfalls atemberaubend sind, ist dann fast des guten zu viel. Wunderschöne Platte zwische Jazz und Samba, die den einzigen Fehler hat , dass man die 23jährige darauf nur hören kann. |
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Wenn man den Glauben an die heutige britische Popmusik zu verlieren glaubt sollte man mal wieder eine Platte von Chumbawamba auflegen, den hier findet man eigentlich fast alles, was die Stärken und auch das Liebenswerte englischer Bands von den Kinks bis heute ausmacht. Verwurzelt in der heimischen Musikgeschichte bringen die fünf, die ja auch eine Art Rock-Kabarett sind, diesmal statt der sonstigen ätzenden Punk-Attacken stilechten Satzgesang, begleitet von Banjo, Gitarre und Flöte, wie in den seligen Sixties und denen in regelmäßigen Abständen folgenden Folkrevivals. Es ist so als ob sie uns diesmal über die zornigen Gesichter streichen wollen um uns auf den Weg von Frieden und Verständigung zu führen. Ob die Londoner Attentäter, die aus ihrer Heimatstadt Leeds kommen und denen man empfiehlt, Worte statt Bomben um ihre Körper zu binden, oder die einsamen Menschen, deren Glück darin ihre beschädigten Seelen bei MySpace zur Schau zu stellen („Add Me“). Überhaupt sind es die Worte, die auf diesem berührendem Album als der Schlüssel zu unserm Dasein dargestellt werden. Gleich im ersten Lied heißt es: „Wenn ein alter Mann stirbt geht eine ganze Bibliothek verloren“ („When An Old Man Dies“) Liebenswerter gibt es wohl derzeit kaum... |
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Die neue British Invasion, begonnen mit der Skandalnudel Amy Winehouse, aber auch mit vorzüglichen Soulstimmen wie Duffy und Adele findet hier seine sanfte Fortsetzung mit einer Songwriterin, deren Lieder zuweilen klingen, als hätten sie gut und gern 30 oder 40 Jahre auf dem Buckel und diese auch überlebt, so dass die „echten“ Oldies dazwischen gar nicht auffallen. Geboren und aufgewachsen in Peru als Tochter britischer Missionare kam Beth Rowley als 15jährige nach Bristol und gründete dort sofort eine Schülerband, ausgerüstet von der väterlichen Liebe zu Woody Guthry und Bob Dylan, der hier auch mit „I Shall Be Relesed“ vertreten ist. Ansonsten gibt es eine bunte Mischung aus Blues Oldies-Pop und Country, manchmal vielleicht etwas unbedarft drauflosmusiziert, auf jeden fall aber gute Laune verbreitend. |
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Unaufgeregter und zugleich eindringlicher kann man den Blues fast nicht spielen. Kein Pathetisches sich in den Blue-Notes wälzen, keine Slide-Attacken, sondern konzentriertes und dabei lockeres Folk-Blues-Feeling durchgehend zweistimmig. Der in Wien lebende Holländer Hans Theessink, hat in den letzten Jahren mit hervorragenden Folk-Blues Veröffentlichungen auf sich aufmerksam gemacht und dies ist selbst in den USA nicht unbemerkt geblieben. Es gab es schon seit längerem Pläne gemeinsam mit Terry Evans gemeinsam zu musizieren. der neben seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Ry Cooder auch schon etliche Soloproduktionen vorgelegt hat. Diesen gelungen Brückenschlag zwischen alter und neuer Blueswelt macht gerade wegen seiner Gleichzeitigkeit von Intensität Verhaltenheit viel Spaß und kann auch genossen werden wenn man gelegentlicher Blues-Hörer ist. |
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Natürlich fallen zuerst die Coverversionen ins Ohr.Anja Mohrs Art, mit den Klassikern des Jazz umzuspringen, ist provokant. Egal, ob sie sich über das von John Coltrane geprägte „Afro Blue“, Miles Davis‘ „Tutu“ oder den Pop-Oldy „Georgy Porgy“ von Toto hermacht, setzt sie sich über die im Jazz übliche Arbeitsweise hinweg, ein Stück entweder zu sezieren und dann neu zusammenzusetzen oder einfach nur über den Changes zu improvisieren. Sie greift das Stück als Ganzes und lässt es uns durch ihr Ohr neu hören. Sie selbst nennt dieses Prinzip Reharmonisie-rung. „Tutu“ bleibt unverkennbar „Tutu“, und bei allem Respekt für Miles Davis ist es im Moment des Hörens kaum denkbar, dass dieses Stück jemals anders gespielt wurde. Die Gefahr, sich an den großen Monumenten der Jazzge-schichte eventuell zu überheben, blendet sie selbstbewusst aus. Jedes Risiko begreift sie zugleich als Chance. intuition |
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Schöne Aussichten Die Sägerin Beate S.Lech und der Bassist Marius Reksjø, die sich schon seit ihrem Musikstudium in Oslo kennen, holten sich den Drummer Erik Holm ins Boot, so dass es sich beim Projekt Beady Belle jetzt um ein Trio handelt. Die Aufnahmen für deises Album wurden vom Produzenten Anders Engen an Steelgitarre und Dobro und dem Gitarristen Geir Sündsöl auf Mandoline und Banjo begleitet, so dass man sich zuweilen eher in den weiten des Mississippi-Deltas anstatt im dänischen Gerlev wähnt, wo diese Aufnahmen entstanden. Wie auf dem Vorgängeralbum Closer ist es auch hier ein oszillieren zwischen klassischem Jazz und R&B, hier aber völlig befreit von den elektronischen Klängen und Beats sondern mit einer Prise Nashville unterlegt. Dass als Gäste Jamie Cullum und India.Arie (quasi als jeweilige Personifizierung der Amplituden Jazz/R&B) mitwirken zeigt dass Beady Bell mittlerweile ziemlich weit oben angekommen sind - Zurecht! |
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Auf seinen Alben „Blue Note Sessions" von 2006 und „Nigel Kennedy Plays Jazz" von 1999 interpretierte er Kompositionen der Großmeister des Jazz. Bei seiner neuesten Aufnahme komponiert und improvisiert Nigel Kennedy selbst. Nigel Kennedy hat keine Skrupel, von Blues und Bebop hinüberzuschwenken zu Balladen und Bossa Nova und gelegentlich eine Spur Metal einzustreuen. Die grüblerischen Klänge von "Hills Of Saturn" ließen sich sogar als Prog-Rock definieren. Wer Kennedys Album "East Meets West" mit der polnischen Klezmer-Band "Kroke" kennt oder seine eigenwillige Reminiszenz an Jimi Hendrix bei "The Nigel Kennedy Experience", der wird auch hier Nigels Handschrift wiedererkennen. Blue Note |
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Die Grand Dame des Vocal Jazz, Cassandra Wilson, legt mit "Loverly" eine betörende wie rhythmisch komplexe Auswahl von Jazzstandards vor, die sie mit befreundeten Spitzenmusikern wie Marvin Sewell (Gitarre), Jason Moran (Piano), Herlin Riley (Drums), Percussionist Lekan Babalola und Bassist Lonnie Plaxico sowie Gastauftritten von Reginald Veal und Trompeter Nicholas Payton für Blue Note einspielte. Zusätzlich hat Cassandra Wilson mit ihrem Team eine gemeinsame Originalkomposition beigesteuert, das groove-betonte "Arere". Blue Note |
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Jazzanova unplugged-garaniert nett Anlässlich des 10.Geburtstags der bunten Truppe aus dem Hause Jazzanova werden Höhepunkte der Bandgeschichte noch einmal mit „analogem“ Orchester aufgeführt und beweisen in diesem ungewohntem Kontext Ihre Qualität über die übliche Club- und Loungebeschallung hinaus. Besonders zu erwähnen ist natürlich die Jazzanova-Sängerin Clara Hill. Ein Album, das dem Kollektiv sicher viele neue Freund bescheren wird unter den Musikfreunden außerhalb des Jazzanova-Universums. |
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Kleine Stimme - große Wirkung. Man muss fürwahr lange zurückdenken, um sich einer Musik-Epoche zu entsinnen, in der Singer/Songwriterinnen weltweit so hoch in der Gunst der Musikfans standen wie derzeit z. B. Sara Bareilles. Und deshalb sollte man sich auch vom Titel von Sara Bareilles neuem Album nicht täuschen lassen. Denn, das stellt auch die "New York Times" fest: "Sara Bareilles ist alles andere als eine 'Little Voice'. Sie verfügt über eine kraftvolle, großartige Stimme, die perfekt zu ihren Jazz-inspirierten, souligen Popsongs passt." SONY BMG |
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So richtig ohne die Alten geht’s scheinbar doch nicht! Warum sollte es auch. Solln sich die jungen Hüpfer ruhig an solchen Heroen wie Al Green messen! In diesem Falle waren es der Rapper ?uestlove Thompson von den Roots und der Produzent James Poyser (Erykah Badu, Lauryn Hill), die kaum hörbar den weltlichen Liebeslidern des Predigers der Gospel Tabernacle Church in Memphis ein heutiges Outfit verpassten ohne amheiligen Geist des klassischen Soul vom wohl seit James Browns Tod wichtigsten Vertreter dieses Genres zu rühren. Ruhige seelenvolle Balladen unterstützt z.B. von Corinne Bailey Rae, Anthony Hamilton und John Legend. |
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Musik als Streicheleinheit
Diese Scheibe ist ein Stück Weltmusik im allerbesten Sinne. Hier hat sich eine unglaubliche Allstar-Band zusammengefunden um eine der begnadetsten Sängerinnen unserer Zeit zu begleiten. Im Konzert wird man all die Großen die sich hier versammelt haben (viele aus Manfred Eichers ECM-Universum) wohl so schnell nicht zusammenbekommen uns so bleibt uns nur das andachtsvolle Lauschen dieser berückenden Klänge, die mit dem Mittel des Jazz die slawische mit der Afrikanischen Kultur auf sinnfällige Weise verbinden und so das Wesen dieser Musik erfasst, das alle kulturen verbindet. Dass Anna Maria Jopek auf diesem Album zu ihrer polnischen Muttersprache zurückgefunden hat ist dabei ein großes Glück. |
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Jetzt singt die auch noch... Die Liebe älterer Herren zur elvenhaft-anrüchigen Scarlett Johansson scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Da die gefragteste unter den jüngeren Hollywood-Diven mit Musik nicht unbedingt Geld verdienen muss, ist hier ein alle Erwartungen unterlaufenden Tom-Waits-Tribute-Album entstanden, dass nicht die beiden naheliegendsten Fehler begeht: Den Meister glattbügeln oder was noch schlimmer wäre imitieren zu wollen. So werden vom Produzenten David Andrew Sitek Klangkaskaden erzeugt, hinter denen die überraschend tiefe Stimme der 23-jährigen mühe hat sich zu behaupten. Dass dies schade ist, lässt sich nicht immer sagen. Prominente Unterstützung kommt von David Bowie als Background-Sänger, der aber keine nennenswerten Akzente setzt. Es ist zu befürchten, dass hier weder Scarlett Johansson-Fans noch die von Tom Waits auf ihre Kosten kommen. |
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Diamond unplugged, die Zweite Wiedermal hat der Klangauberer Rick Rubin nach dem Muster von Johnny Cashs American Recordings dem Altmeister in der bewährten Unplugged-Manier einige wunderbare Songs entlockt, die anders als bei Cash ausnahmslos Neukompositionen sind und das Können des Songwriters eindrucksvoll unter Beweis stellen. Da hat einer tatsächlich noch was zu sagen und zwar so, dass der Popstar der 70er Jahre der seine damals schon beachtlichen Songs in schwülstige Arrangements und Glitzerjäckchen (vom schrecklichen Künstlernamen ganz zu schwiegen) verpackte, völlig in Vergessenheit gerät. Dass es der mittlerweile 67jährige es ausgerechnet mit diesem nachdenklichem, eher altersweisen Album zum ersten mal auf den Platz 1 in den Charts schafft zeigt, wieviel sich in den letzten 40 Jahren geändert hat. Man darf sich anlässlich dieser Scheibe ruhig mal wieder ein Gläschen guten Whisky genehmigen. |
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Der befreite Genius Yaron Herman, der „erst“ seit seinem 16. Lebensjahr Klavier spielt, ist mittlerweile 24 Jahre alt und hat, ursprünglich aus Israel stammend, in Paris eine künstlerische Heimat gefunden. Ohne zu übertreiben kann man ihn schon jetzt zu den großen Jazzpianisten zählen, was er auch auf dieser CD eindrucksvoll belegt. Nach seinem bezaubernden und etwas verträumten 2006er Solo-Album „Libera Me“ geht’s in der Triobesetzung schon etwas direkter zur Sache wobei aus den verschiedensten Einflüssen (z.b.Police, Björk, Leonard Cohen) eine packende Mischung entsteht, bei der sich Simon Tailleu (Bass) und besonders Gerald Cleaver (Drums) als kongeniale Partner erweisen. Wenn man weiß, dass der hochbegabte Yaron Herman sich der Musik über mathematische und philosophische Aspekte näherte beeindruckt die Lebendigkeit dieser Aufnahmen umso mehr. |
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